Brustrekonstruktion mit Gewebe vom Oberschenkel (TMG Lappenplastik)

Diese Operation eignet sich vor allem für schlanke Patientinnen mit kleinen Brüsten. Der transversale myokutane Gracilislappen (TMG) gewährleistet ein sehr natürliches Ergebnis mit einer unauffälligen Narbe, die in einer natürlichen Körperfalte im Oberschenkelschritt liegt.

Bei der Operation wird der Gracilismuskel mit Haut und Fett frei transplantiert. Dazu wird das Gewebe mit dem versorgenden Gefäß entnommen und an der Brust unter dem Mikroskop an Gefäße neu angeschlossen. Das Gewebe wird entsprechend der erkrankten Brust und passend zur Gegenseite geformt. Es ist auch möglich, wenn die Erkrankung es notwendig macht, beide Brüste gleichzeitig in einer Operation mit dieser Technik aufzubauen.

Der große Vorteil dieser Methode besteht für die Patientinnen darin, dass die Narbe unauffällig im Schritt liegt und gleichzeitig eine Straffung des Oberschenkels erreicht wird, ähnlich einem „Oberschenkellift“. Asymmetrien an den Oberschenkeln sind selten. Die Entnahme des Muskels verursacht in der Regel keinen Funktionsverlust, da genügend andere Muskeln dessen Funktion ersetzen.

Nachbehandlung

Sie haben für 2 Tage Bettruhe und lassen sich vom Pflegepersonal verwöhnen. Die Bettruhe ist wichtig, damit die Gefäßnähte gut heilen können und das Gewebe ausreichend durchblutet wird. Desweiteren ist die Bettruhe natürlich auch sinnvoll für den Oberschenkel, um dort auch ein schönes kosmetisches Ergebnis zu erzielen. Sie tragen eine Kompressionshose und einen Stütz-BH zum Schutz des Gewebes und zur Verschönerung der Narben für insgesamt 3 Monate Tag und Nacht. Sport sollte für insgesamt 2 Monate unterlassen werden. Korrekturoperationen empfehlen wir frühestens nach 3 bis 6 Monaten, d. h. nach Abschluss der inneren Narbenheilung. Eingeschlossen in die Korrekturoperationen, sind die angleichende Straffung der gegenseitigen Brust und natürlich die Neubildung der Brustwarze. Allerdings sollten vor dieser letzten Operation alle angleichenden Maßnahmen beendet sein.

Rekonstruktion der Brustwarze

Die Neubildung der Brustwarze stellt das „I-Tüpfelchen“ der Brustrekonstruktion dar. Die Brustwarze sollte nie in der ersten Operation mit dem Aufbau der Brust durchgeführt werden, da es in dem ersten ½ Jahr nach der Operation noch zu deutlichen Formveränderungen kommen kann, und das Endergebnis letztendlich erst nach dieser Zeit zu beurteilen ist. Auch sollten angleichende Korrekturoperationen der Gegenseite zunächst durchgeführt werden, um die Position der neuen Brustwarze korrekt bestimmen zu können. Es gibt grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten zur Bildung der Brustwarze.

Angleichung der Gegenseite

Eine rekonstruierte Brust wird nie zu 100% wie die gesunde Gegenseite, so dass hier eine Angleichung der gesunden Seite erfolgen sollte. Hierbei kann die gesunde Seite auch von den Veränderungen des Alters befreit werden. Dieser zweite Eingriff, der in der Regel viel kleiner ist als der erste rekonstruierende Eingriff, sollte nach einem ½ bis ¾ Jahr durchgeführt werden, wenn die rekonstruierte Brust ihre Endform erreicht hat.

Dieser Eingriff ist relativ unkompliziert und verbessert die Lebensqualität deutlich durch das Erzielen einer Symmetrie beider Brüste.

Brust